Tipps Fotografie Blaue Stunde

Die blaue Stunde: Fotografieren in der Dämmerung

Sobald die Sonne kurz davor ist aufzugehen oder schon hinter dem Horizont verschwunden ist, wird die Umgebung in überwiegend blaue Farbtöne getaucht. Diese Phase wird in der Fotografie umgangssprachlich „blaue Stunde” genannt. Sie bietet ausgezeichnete Lichtverhältnisse für stimmungsvolle Fotos - sowohl mit dem Smartphone als auch mit der Profikamera. Mit unseren Tipps gelingen Ihnen wunderschöne Bilder in der Dämmerung.

Drei Besonderheiten

Während der Morgen- und der Abenddämmerung ist der Himmel hell und leuchtet vor allem am Abend in einem intensiven Blau. Trotz ihres Namens dauert die blaue Stunde in unseren Breitengraden meist keine ganze Stunde. Im Winter lässt sie sich etwa für 30 Minuten lang fotografisch einfangen. Im Sommer dauert sie sogar bis zu 50 Minuten. Die folgenden drei Eigenschaften machen die blaue Stunde bei Fotografen so beliebt:

  • Blautöne: Die blaue Farbe des Sonnenlichts entsteht durch ein besonders physikalisches Phänomen. Die Ozonschicht der Erde absorbiert die gelben bis roten Farbanteile des Lichts, sodass nur noch blaue Töne übrigbleiben.
  • Komplementärkontrast: Die Farben Blau und Orange sind Komplementärfarben, die einander in ihrer Wirkung verstärken. Lichtquellen, die im warmen Farbspektrum leuchten, erzeugen im Zusammenspiel mit der blauen Stunde eine besonders harmonische Stimmung. Dazu gehören beispielsweise Laternen oder erleuchtete Fenster in der Stadt.
  • Sichtbarkeit: Während der Dämmerung sind Himmel und Umgebung etwa gleich hell. Dies ist technisch besonders vorteilhaft, da die Kamera dabei problemlos die Kontraste zwischen dunklen und hellen Bereichen abbilden kann.

Blaue Stunde Altstadt und Leuchtturm mit Steg
Komplementärfarben, wie hier das warme Orange der Lichtquellen und die kühlen Blautöne, verstärken sich gegenseitig in ihrer Wirkung.

Die beliebtesten Fotomotive in der Dämmerung

Das besondere Licht der blauen Stunde sorgt für schöne fotografische Kontraste. Dazu gehört beispielsweise beleuchtete Architektur, denn das blaue Licht eignet sich besonders für die Fotografie mit künstlichen Lichtquellen als Akzent. Diese leuchten im warmen Farbspektrum und sorgen für den bereits erwähnten Komplementärkontrast. Auch Straßen mit viel Verkehr und Passanten lassen sich jetzt gut fotografieren. Spannung erzeugen Sie mit Objekten, die durch ihre Bewegung auf Grund der längeren Belichtungszeit Lichtspuren erzeugen. Das Hauptmotiv bleibt auf der Aufnahme scharf. Ein weiteres beliebtes Motiv ist Wasser, in dem Lichter oder der Himmel effektvoll reflektieren.

Blaue Stunde HafenCity, Hamburger Hafen, Landstraße und Wischeffekt
Das schwache Licht der blauen Stunde erfordert beim Fotografieren längere Belichtungszeiten. Sich bewegende Objekte und Lichtquellen erzeugen daher Lichtspuren, die effektvoll eingesetzt werden können.

Passende Kameraeinstellungen zur blauen Stunde

Mit jeder Minute wird es dunkler, sodass sich die Belichtungszeit verlängert und Fotos schneller verwackeln. Aber mit den richtigen Kameraeinstellungen ist das Fotografieren während der blauen Stunde kein Problem. Achten Sie einfach auf die folgenden Aspekte, um stimmungsvolle Fotos zu zaubern:

  • Verwenden Sie einen möglichst niedrigen ISO-Wert, zum Beispiel ISO 100, um Bildrauschen zu vermeiden. Dafür ist aber eine längere Belichtungszeit nötig. Die meisten Kameras und so auch die Ihres Smartphones verfügen über eine Belichtungsautomatik. Damit wird automatisch so lange belichtet bis genügend Licht für die Aufnahme eingefangen wurde.
  • Öffnen Sie die Blende Ihrer Kamera, um mehr Licht einzufangen und mehr Unschärfe im Hintergrund zu erzeugen.
  • Nutzen Sie eine eher geschlossene Blende, um kleine Lichter scharf darzustellen und einen Sterneneffekt zu erzielen.
  • Stellen Sie den Weißabgleich Ihrer Kamera manuell ein, um die sichtbare Lichtfarbe zu korrigieren. Der automatische Weißabgleich errechnet bei Mischlicht aus natürlichen und künstlichen Lichtquellen meist einen Mittelwert. Das Ergebnis ist dann weder auf die warme noch auf die kalte Lichtfarbe optimal abgestimmt.
  • Fotografieren Sie im RAW-Format und entwickeln Sie die Roh-Daten mit einem Konverter, um den Weißabgleich auch nachträglich noch verändern zu können.
  • Nutzen Sie den manuellen Fokus Ihrer Kamera, wenn der Autofokus aufgrund des schwachen Lichts nicht funktioniert.

Die blaue Stunde: Zusätzliche Tipps für schöne Fotos

Wenn Sie während der Dämmerung fotografieren, ist nicht nur die Einstellung der Kamera entscheidend. Mit den folgenden Tipps gelingen Ihnen großartige Fotos auch bei schwachem Licht.

Fotografen mit Stativ während der blauen Stunde
Aufgrund der Gefahr des Verwackelns bei längeren Belichtungszeiten ist die Verwendung eines Stativs beim Fotografieren in der blauen Stunde unbedingt empfehlenswert.

Vorbereitung

Aufgrund der begrenzten Zeit ist es sinnvoll, wenn Sie sich frühzeitig an die Location begeben. Dann können Sie ganz in Ruhe einen geeigneten Aussichtspunkt wählen, von dem aus Sie fotografieren möchten. Außerdem ist es hilfreich, einen Ersatz-Akku mitzunehmen, da die lange Belichtungszeit den Akku der Kamera stärker beansprucht.

Stativ

Bei der Nutzung der Langzeitbelichtung hilft Ihnen ein Stativ, um verwackelte Bilder zu vermeiden. Dabei sollten Sie unbedingt den automatischen Bildstabilisator ausstellen. Nutzen Sie zusätzlich den Fern- oder Selbstauslöser, um nicht beim manuellen Auslösen der Kamera doch noch unscharfe Ergebnisse zu riskieren.

HDR-Fotos (High Dynamic Range)

Die meisten Kameras verfügen inzwischen über einen HDR-Modus. In Ihrem Smartphone finden Sie diesen in der Regel in den Einstellungen der Kamera-App. In diesem Modus können Sie automatisch Bilderserien mit unterschiedlichen Belichtungen aufnehmen und zu einem einzelnen Bild zusammenfügen lassen. Auf diese Weise werden schattige Bereiche aufgehellt und Details zutage gebracht, die mit einem einzigen Foto oft nicht festgehalten werden können. Auch ohne HDR-Modus können Sie diese Bilderserien manuell anfertigen. In diesem Fall benötigen Sie ein Bildbearbeitungsprogramm, mit dem Sie die Aufnahmen anschließend zu einem einzigen Foto übereinanderlegen können.

Die blaue Stunde mit dem Smartphone fotografieren

Für gelungene Fotos von der blauen Stunde benötigen Sie nicht unbedingt eine Profikamera. Moderne Smartphones haben bereits einen vorinstallierten Foto-Modus, der mit den Lichtverhältnissen der Dämmerung arbeitet und umgehen kann. Verfügt Ihr Smartphone über einen „Pro Modus”, können Sie mit ISO-Wert, Belichtungszeit und Weißabgleich experimentieren und eindrucksvolle Ergebnisse erzielen. Zusätzlich gibt es praktische Apps wie den Blaue-Stunde-Rechner, mit dem sich die Zeiten der blauen Stunde je nach Ort exakt bestimmen lassen.

Blaue Stunde an einem See
Mit modernen Smartphones lassen sich auch während der Dämmerung eindrucksvolle Ergebnisse erzielen. Bei einigen Modellen können Sie ISO-Wert, Belichtungszeit und Weißabgleich manuell einstellen.

Bezaubernde Fotoergebnisse in der Dämmerung

Egal, ob Sie durch die Straßen der Stadt streifen oder sich ans Wasser zurückziehen: Die blaue Stunde hat das Potenzial für spannungsgeladene und kontrastreiche Fotoergebnisse. Ein Foto Ihrer Heimatstadt in der Dämmerung eignet sich zum Beispiel hervorragend, um als Gallery Print Ihre Wohnung zu verschönern.

Das Team von Foto-Paradies wünscht Ihnen viel Erfolg.

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